WS 2016/2017 -  PROF. CAROLA WIESE
Aufgabe Entwickeln Sie ein architektonisches Konzept für das Wohnen in einem Hochhaus - die tatsächliche Höhe respektive die Anzahl der Geschosse ist aus dem Kontext zu ermitteln.

Landesbauordnung - BauO NRW
"Hochhäuser sind Gebäude, bei denen der Fussboden mindestens eines Aufenthaltsraumes mehr als 22 Meter über der Geländeoberfläche liegt."
Entlang der Opladener Straße entsteht ein monolithischer Hybridbau - ein langer Betonriegel fasst den Straßenraum. Auf Augenhöhe mit den Constantin Höfen entsteht eine in Form gegossene Straßenflucht mit klarer Zielführung. Am Klimax ergänzt ein steinerner Hochpunkt das Ensemble rund um den Bahnhofsvorplatz und formt eine klare Raumkante. Im Rückraum der Kubatur bildet sich ein, der Straße abgewandter Platzraum, welcher sich als Pendant zum hoch frequentierten Bahnhofsvorplatz als öffentlicher Rückzugsort präsentiert.
Der Sockel des Gebäudes, aus hellem Beton gegossen, bildet die Basis des Hybriden. In ihm befinden sich Einzelhandel, öffentliche Einrichtungen und Büros. Somit Strukturen, die der Öffentlichkeit vertraut und zugänglich sind. Gleichzeitig figuriert er die starke Basis des Komplexes und hebt den darüber liegenden Wohnturm vom Straßenraum empor. Ebendieser wird als steinerne Struktur errichtet. Das Mauerwerk verleiht diesem privaten Sektor eine Greifbarkeit in Dimension und Form.
Aus der Materialwahl und der Funktion im Innern geht ebenfalls die Fensterform hervor. Im Sockelbereich werden quadratische Fensterformate gewählt, um der klaren, langen Betonstruktur gerecht zu werden. Zugleich bietet diese Form den Nutzern die benötigte natürliche Belichtung. Im Wohnteil bilden sich, zumal es der Stein nicht anders vermag, Rundbogenfenster. Über ebendiese Bögen werden die Lasten sinnbildlich in den Sockel getragen und lassen den Turm in seinem Sockel verwurzeln. Die umschließende und zugleich öffnende Geste schafft im Innern einen schützenden und bergenden Charakter.
Im gleichen Raster gehalten unterstreichen beide Fensterformen die Zusammengehörigkeit des Gesamten. Ebendieses Raster lässt sich von der Fassade gleichfalls auf den Grundriss projizieren. Basierend darauf entsteht eine Wohnung als Baustein. Diese Wohnung zeichnet sich durch einen erhöhten Wohnraum mit einer Galerie aus, wodurch sie in der Vertikalen ein L-Form ausbildet. Über die Geschosse hinweg sind diese Formen besonders effizient miteinander verschachtelt.
Auf drei Geschossen entstehen Räume, die der Hausgemeinschaft zur Verfügung stehen: ein Fahrradlager mit Werkstatt, eine Großküche mit Essplatz und ein Raum mit Lagerabteilen. Zusätzlich bildet ein Staffelgeschoss mit einem Gemeinschaftsraum eine Dachterrasse mit Rundumblick aus.
Schlußendlich hält sich das Bauwerk auf Augenhöhe zurück und nimmt in der Vertikalen eine klare städtebauliche Haltung ein.